Hebammen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung von Schwangeren, Müttern und Familien. Seit vielen Jahren ist das bundesweite Problem der Unterversorgung bekannt. Auch Trier ist davon betroffen.

Bereits 2016 befasste sich der Jugendhilfeausschuss mit der Fragestellung, wie eine kommunale Unterstützung aussehen könnte.

Um für unversorgte werdende Mütter Grundleistungen der Geburtshilfe sicherzustellen, haben die Stadt Trier und der Landkreis Trier-Saarburg eine Koordinierungsstelle und ein Hebammennotdienst eingerichtet. Eine dauerhafte Koordination durch die freiberuflich tätigen Hebammen war jedoch nicht zu leisten. 2017 wurde daher auf einer Fachveranstaltung die Gründung eines Runden Tisches mit allen Beteiligten vereinbart.

Der Trierer Stadtrat griff den Vorschlag des Hebammenkreisverbandes  auf und, eine zentrale Koordinationsstelle der freiberuflich tätigen Hebammen einzurichten. Die Zentrale, die seit diesem Monat ihre Arbeit aufgenommen hat, ist mit einer Hebamme, die fachlich fundiert den Bedarf und die Dringlichkeit beurteilen kann, besetzt.

Mit der Beratungsstelle pro familia haben wir einen kompetenten Träger für die Hebammenzentrale gefunden.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung fördert die Zentrale mit insgesamt 75.000 Euro für die Jahre 2019 bis 2021. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich.

Die Hebammenzentrale ist die erste dieser Art in Rheinland-Pfalz. Trier ist damit Leuchtturm und Vorbild zugleich.

Auf kommunaler Ebene haben wir unser Möglichstes getan, um die Hebammen zu unterstützen. Wir brauchen aber auch dringend ein Umdenken bei den Krankenkassen, die sich nicht an der Finanzierung beteiligen.

Andreas Schleimer, jugendpolitischer Sprecher